
Aufschreiben, was weg soll, und den Zettel ins Feuer werfen. So läuft es fast überall. Das Aufschreiben ist der leichte Teil.
Reinigungsritual. Meist Teil eines Abends. Feuerverbot beachten.
Ein Feuerritual ist ein Loslass- oder Transformationsritual an einem offenen Feuer. Meistens schreibst du auf einen Zettel, was du loslassen willst, und wirfst ihn einzeln ins Feuer.
Was ein Feuer zum Ritual macht, ist nicht die Flamme. Es ist die Intention, die beim Aufschichten reingegeben wird. Mit jedem Scheit.
Ein Kreis ums Feuer, eine Person, die das Feuer hält, und ein Zettel pro Mensch. Auf dem Zettel steht nicht, was weg soll. Da steht, wohin. Das ist der Unterschied zwischen einem Feuerritual und einem Lagerfeuer mit Papier.
Feuer ist nicht einfach Feuer. Wer es schamanisch aufschichtet, gibt ihm eine Intention mit, mit jedem Scheit, und die bestimmt, wofür das Feuer an diesem Abend brennt. Ein Transformationsfeuer, ein Visionsfeuer, ein Dankfeuer. Das ist Handwerk, kein Zauber. Und es unterscheidet ein Ritual von einem hübschen Abend im Garten.
Der Ablauf, den du überall findest: Die Gruppe steht um das Feuer, jede schreibt auf einen Zettel, was gehen darf, und wirft ihn einzeln rein. Der entscheidende Moment ist nicht das Werfen. Es ist der Moment davor, wenn du den Zettel noch in der Hand hast und dich fragst: Bin ich wirklich bereit, das gehen zu lassen?
Ich hab mal einen Abend erlebt, an dem ein Zettel im Feuer lag und einfach nicht brennen wollte. Alle anderen waren in Sekunden weg. Der lag da. Die Frage, die dann zählt, ist leise und geht nur die Person an, die davorsteht: Ist es okay für dich, das jetzt gehen zu lassen? Sie hat ja gesagt. Dann hat er gebrannt.
Und genauso wichtig ist, was danach kommt. Wo etwas verschwindet, entsteht Platz. Wenn du nicht weisst, wohin deine Richtung geht, füllt sich der Platz von selbst. Meistens mit dem, was vorher da war.
Loslassen ohne Richtung ist ein Zettel.
Die Formen sind unterschiedlich, der Ablauf ist fast überall gleich. Wenn du weisst, was kommt, kannst du dich um das Wesentliche kümmern.
Das Feuer wird geschichtet, von Hand, in Ruhe. Wer schamanisch arbeitet, legt dabei die Intention rein. Du siehst das, wenn du hinschaust: Ob einer Holz stapelt oder ein Feuer baut.
Die Gruppe steht ums Feuer. Manche kennen sich, viele nicht. Es wird geredet, bis es still wird. Das dauert.
Jede schreibt auf einen Zettel, was gehen darf. Niemand liest mit. Auch die Leitung nicht.
Einzeln, nacheinander, mit Zeit. Der Moment davor, wenn jemand den Zettel noch mal hält, ist das Ritual. Nicht das Werfen.
Das Feuer brennt weiter, und die Gruppe bleibt. Meistens wird es dabei still, ohne dass jemand drum bittet.

Loslassen ohne Richtung ist ein Zettel.
Drei an die Person, die leitet, eine an dich. Ein Satz ist eine Antwort, zehn Minuten sind keine.
Ein Satz ist eine Antwort. Zehn Minuten sind keine.
Die fünf Fragen, die für jede Leitung gelten, stehen auf einer eigenen Seite: Schau genau hin. Frag nach.
Ein Feuerritual wirkt schnell und dann lange. Am nächsten Morgen ist die Stimmung in einer Gruppe oft spürbar anders, ohne dass jemand drüber redet.
Was du losgelassen hast, fehlt zuerst. Das darf sich unangenehm anfühlen. Halte den Platz offen und richte ihn auf das aus, was du stattdessen willst. Kein neues Ritual, um das alte zu bestätigen. Lass es arbeiten.
Ein Ritual wird gemacht, wenn es gebraucht wird.
Rund hundert Workshops bei verschiedenen Lehrern, viele Jahre als Schüler bei zwei indigenen Schamanen in Nordamerika und in der Mongolei und bei einem Lehrer in der marokkanischen Wüste. Rund zweitausend Menschen hat er durch Rituale begleitet, sicher rein und sicher wieder raus.
Hier steht nur, was er selber von innen kennt. Was er nicht gemacht hat, steht hier nicht.
Meine Absicht mit diesen Seiten: Ich geb dir Wissen, damit du den Unterschied selber findest. Zwischen schamanischem Bullshit und einem besonderen Erlebnis.
In der Begleitung übst du sechs Monate lang genau das: wissen, wo du bist, sehen, was da ist, und die eigene Richtung halten. Auch dann, wenn im Raum jemand anderes die Trommel hat.
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