
Alle Visionsrituale haben denselben Zweck: deinen plappernden Verstand für einen Moment anhalten. Dann wird eine Frage möglich, die du im Alltag nie zu Ende denkst. Warum bin ich hier?
Visionsritual. Natur oder Seminarraum. Ohne ein bis zwei Tage Integration ist die Vision ein Zettel.
Ein Visionsritual hält deinen plappernden Verstand für einen Moment an. Dann kannst du ungestört und direkt mit dem in Kontakt sein, was du das Göttliche nennst, das Universum, das All-Eine, wie auch immer dein Wort dafür ist.
In diesem Kontakt legst du etwas frei: Warum bin ich hier? Was ist meine wichtigste Aufgabe? Nicht finden. Freilegen. Es ist schon da.
Vorbereitung, allein, zurückkommen. Jeder Teil ein bis zwei Tage. Wer den dritten streicht, verkauft dir ein Erlebnis. Die Vision ist nicht das Ziel am Horizont, sie ist der Wind in den Segeln, und der braucht Zeit, um anzukommen.
Visionsrituale gibt es seit vielen, vielen Jahren, und es gibt unterschiedliche Formen, wie man sie macht. Aber alle haben eigentlich einen Zweck. Für einen Moment deinen plappernden Verstand anhalten. So, dass du eine ungestörte, direkte Kommunikation führen kannst mit dem, was du als das Göttliche bezeichnest. Oder das Universum. Oder das All-Eine. Wie auch immer das Wort für dich ist. Ich bin da wirklich offen, und ich biete dir bewusst verschiedene Wörter an, weil das deine Sache ist.
Und in dieser Kommunikation passiert eigentlich eine Entdeckung. Die Entdeckung ist: Warum bin ich hier? Was ist meine wichtigste Aufgabe?
Das Wort dafür ist Vision. Und ehrlich gesagt ist es wahnsinnig schwierig, das zu beschreiben. Aber Menschen, die ihre gefunden haben, denen siehst du das an. Am Leuchten in den Augen, wenn sie über ihr Thema reden.
Es ist nicht finden. Es ist freilegen.
Visionsworkshops unterscheiden sich von Zielworkshops, und das ist ein riesengrosser Unterschied. Ein Ziel erreichst du. Dann ist es weg, und du brauchst ein neues. Eine Vision kannst du dir so vorstellen: Das ist der Wind in deinen Segeln. Das ist etwas, das dich antreibt. Dein ewiges Burn-in, statt ein Burn-out.
Du bist dann wie eine Dauer-Batterie, die nicht aufgeladen werden muss. Warum? Weil das in deiner ganzen Existenz drin ist. Nicht als Plan an der Wand, sondern als Richtung, die du bist.
Du machst es im Kopf. Du planst es, du erreichst es, du brauchst ein neues.
Du legst sie frei. Sie war zuerst da. Sie ist der Wind in deinen Segeln.
Kostet Kraft. Wenn du müde wirst, fällt es um.
Gibt Kraft. Burn-in statt Burn-out. Muss nicht aufgeladen werden.
Steht auf einem Zettel oder in einer Tabelle.
Ein Wort, zwei Wörter, drei Wörter. Und ein Leuchten in den Augen, wenn du darüber redest.
Hundert am Tag.
Eine.
Es gibt Visionsrituale draussen in der Natur, und es gibt sie in Seminarräumen. Beide haben genau dieselbe Absicht. Und ich sag dir ehrlich: Ich persönlich mache sie lieber drinnen. Warum, erklär ich dir gleich.
Ein bis zwei Tage Vorbereitung, ein bis zwei Tage allein in der Wildnis oder im Wald, ein bis zwei Tage zurückkommen.
Ein bis eineinhalb Tage, bis sich dein Nervensystem entspannt. Dann das eine Ritual. Dann Integration.
Grosse Entbehrung. Hunger, Durst, Schlafmangel. Irgendwann kommt der Punkt, wo es dich so anscheisst, dass du denkst: Jetzt sterb ich lieber, oder ich lauf zurück ins Lager.
Dein Körper gewöhnt sich an Rituale, ans Reisen, an die Trommel, an die Gruppe. Kein Hunger, kein Durst. Die Entspannung macht die Arbeit.
Wer entscheidet «dann sterb ich halt hier auf dem Boden», bei dem passiert es im nächsten Moment. Das ist möglich, und es ist echt.
Du siehst es an der Atmung: tiefer, länger. Die Gruppe wird ruhig. Dann fängt es an, möglich zu werden.
Sichere Plätze, an denen sich Menschen wohlfühlen, sind sehr schwer geworden. Und du füllst 277 Seiten Sicherheitsformulare aus, damit alles versichert ist. Gesetzeskonform ist das als Leitung fast nicht mehr zu machen.
Ein Hotel mit Platz. Wo man Feuer machen kann. Wo es Ecken gibt, in die du dich zurückziehen kannst. Das reicht, und es ist sicher.
Gesetze und Visionen, das ist ehrlich gesagt eine völlig widersprüchliche Geschichte. Aber das ist ein anderes Thema. Für dich zählt: Beide Formen führen an denselben Ort. Die eine über die Entbehrung, die andere über die Entspannung.
So läuft ein Visionsseminar drinnen. Die Form draussen hat dieselben Schritte, nur mit Wald statt Raum und Hunger statt Trommel.
Sechs bis zwölf Menschen. Ein Ort mit Platz, einem Feuer und Ecken zum Zurückziehen. Handy weg. Du musst nichts leisten, das ist das Erste, was dein Körper lernen darf.
Dein Körper gewöhnt sich an Rituale. An Wahrnehmungen ausserhalb des Gewohnten. Ans Reisen mit der Trommel. Ans Arbeiten und Entspannen in der Gruppe. Das dauert in der Regel ein bis eineinhalb Tage.
Da geht es hauptsächlich drum. Sobald sich dein Nervensystem entspannt, kann sich dein Kopf entspannen. Als Leitung siehst du das an der Atmung: die wird tiefer, die wird länger. Und die Gruppe fängt an, harmonisch zu sein.
Dann gibt es dieses eine Ritual, in das du reingehst. Mit der Frage: Warum bin ich hier? Was ist meine wichtigste Aufgabe? Der plappernde Verstand hält an. Und dann legst du frei, was schon da war.
Am Ende sind es ein Wort, zwei Wörter, drei Wörter. Das ist der Moment, den ich dir nicht beschreiben kann. Frag mich nach zwei, drei Menschen, wenn wir uns mal sehen. Guck auf die Haare auf meiner Hand. Die stehen dann.
Ein bis zwei Tage Integration und Schärfung von dem, was du entdeckt hast. Das ist kein Anhängsel. Ohne diesen Teil ist die Vision ein Zettel, den du zuhause in eine Schublade legst.

Es ist nicht finden. Es ist freilegen.
Vier an die Person, die leitet, eine an dich selbst. Ein Satz ist eine Antwort, zehn Minuten sind keine.
Ein Satz ist eine Antwort. Zehn Minuten sind keine.
Die drei Fragen, die für jedes Ritual gelten, stehen auf einer eigenen Seite: wie du in drei Fragen spirituellen Unsinn erkennst.
Die Vision ist freigelegt. Jetzt kommt der Teil, den die meisten unterschätzen: ein bis zwei Tage Zurückkommen, Integration, Schärfung. Was heisst das Wort für dich am Montag? In deiner Arbeit, in deiner Familie, in deinem Körper? Das schärfst du, mit der Gruppe und mit der Leitung, bis es sitzt.
Und dann lass es arbeiten. Eine Vision ist kein Vorsatz. Sie muss nicht jeden Morgen erneuert werden. Wenn sie echt ist, trägt sie dich, und du merkst es daran, dass du nicht mehr aufgeladen werden musst.
Für mich ist das Ende dieser Workshops das Schönste, was ich kenne. Zu sehen, was mit den Leuten passiert. Das ist in meinem Körper abgespeichert, bei jedem einzelnen.
Der Wind in deinen Segeln. Nicht das Ziel am Horizont.
Rund hundert Workshops bei verschiedenen Lehrern, viele Jahre als Schüler bei zwei indigenen Schamanen in Nordamerika und in der Mongolei und bei einem Lehrer in der marokkanischen Wüste. Rund 120 bis 150 Menschen hat er durch Visionsworkshops begleitet, rund zweitausend durch Rituale, sicher rein und sicher wieder raus.
Hier steht nur, was er selber von innen kennt. Was er nicht gemacht hat, steht hier nicht.
Meine Absicht mit diesen Seiten: Ich geb dir Wissen, damit du den Unterschied selber findest. Zwischen schamanischem Bullshit und einem besonderen Erlebnis.
In der Begleitung übst du sechs Monate lang genau das: wissen, wo du bist, sehen, was da ist, und die eigene Richtung halten. Auch dann, wenn im Raum jemand anderes die Trommel hat.
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