Nicht finden. Freilegen.Was in einem Visionsritual passiert, in der Natur und im Seminarraum, und woran du eine Vision erkennst.

Alle Visionsrituale haben denselben Zweck: deinen plappernden Verstand für einen Moment anhalten. Dann wird eine Frage möglich, die du im Alltag nie zu Ende denkst. Warum bin ich hier?

Von Andy DittrichStand 16. September 202611 Minuten

Auf einen Blick
6bis12
Teilnehmendemehr geht nicht, die Leitung muss jede Atmung im Blick haben
3bis6
Tage1 bis 2 Vorbereitung, 1 bis 2 allein, 1 bis 2 Zurückkommen
2
Formenallein in der Natur, oder im Seminarraum mit Trommel und Gruppe

Visionsritual. Natur oder Seminarraum. Ohne ein bis zwei Tage Integration ist die Vision ein Zettel.

Teilnehmende6 bis 12
Dauer3 bis 6 Tage
AusrichtungVisionsritual
KostenCHF 600 bis 1'500, Seminarform

Kurz gesagt.

Definition

Ein Visionsritual hält deinen plappernden Verstand für einen Moment an. Dann kannst du ungestört und direkt mit dem in Kontakt sein, was du das Göttliche nennst, das Universum, das All-Eine, wie auch immer dein Wort dafür ist.

In diesem Kontakt legst du etwas frei: Warum bin ich hier? Was ist meine wichtigste Aufgabe? Nicht finden. Freilegen. Es ist schon da.

Drei Teile, drei bis sechs Tage.

Vorbereitung, allein, zurückkommen. Jeder Teil ein bis zwei Tage. Wer den dritten streicht, verkauft dir ein Erlebnis. Die Vision ist nicht das Ziel am Horizont, sie ist der Wind in den Segeln, und der braucht Zeit, um anzukommen.

  • Vorbereitung: 1 bis 2 Tage. Ankommen, gewöhnen, das Nervensystem
  • Allein: 1 bis 2 Tage. Das eine Ritual, ohne Ziel
  • Zurückkommen: 1 bis 2 Tage. Die Wörter, der Rückweg
Vorbereitung1 bis 2 Tage. Ankommen.Allein1 bis 2 Tage. Ohne Ziel.Zurückkommen1 bis 2 Tage. Die Wörter.3 bis 6 Tage insgesamt, 6 bis 12 Menschen, Natur oder SeminarraumOhne den dritten Teil ist es ein Erlebnis

Was ein Visionsritual ist.

Visionsrituale gibt es seit vielen, vielen Jahren, und es gibt unterschiedliche Formen, wie man sie macht. Aber alle haben eigentlich einen Zweck. Für einen Moment deinen plappernden Verstand anhalten. So, dass du eine ungestörte, direkte Kommunikation führen kannst mit dem, was du als das Göttliche bezeichnest. Oder das Universum. Oder das All-Eine. Wie auch immer das Wort für dich ist. Ich bin da wirklich offen, und ich biete dir bewusst verschiedene Wörter an, weil das deine Sache ist.

Und in dieser Kommunikation passiert eigentlich eine Entdeckung. Die Entdeckung ist: Warum bin ich hier? Was ist meine wichtigste Aufgabe?

Das Wort dafür ist Vision. Und ehrlich gesagt ist es wahnsinnig schwierig, das zu beschreiben. Aber Menschen, die ihre gefunden haben, denen siehst du das an. Am Leuchten in den Augen, wenn sie über ihr Thema reden.

Es ist nicht finden. Es ist freilegen.

Vision ist nicht Ziel.

Visionsworkshops unterscheiden sich von Zielworkshops, und das ist ein riesengrosser Unterschied. Ein Ziel erreichst du. Dann ist es weg, und du brauchst ein neues. Eine Vision kannst du dir so vorstellen: Das ist der Wind in deinen Segeln. Das ist etwas, das dich antreibt. Dein ewiges Burn-in, statt ein Burn-out.

Du bist dann wie eine Dauer-Batterie, die nicht aufgeladen werden muss. Warum? Weil das in deiner ganzen Existenz drin ist. Nicht als Plan an der Wand, sondern als Richtung, die du bist.

Ziel
Vision
01

Du machst es im Kopf. Du planst es, du erreichst es, du brauchst ein neues.

01

Du legst sie frei. Sie war zuerst da. Sie ist der Wind in deinen Segeln.

02

Kostet Kraft. Wenn du müde wirst, fällt es um.

02

Gibt Kraft. Burn-in statt Burn-out. Muss nicht aufgeladen werden.

03

Steht auf einem Zettel oder in einer Tabelle.

03

Ein Wort, zwei Wörter, drei Wörter. Und ein Leuchten in den Augen, wenn du darüber redest.

04

Hundert am Tag.

04

Eine.

Zwei Formen: Natur oder Seminarraum.

Es gibt Visionsrituale draussen in der Natur, und es gibt sie in Seminarräumen. Beide haben genau dieselbe Absicht. Und ich sag dir ehrlich: Ich persönlich mache sie lieber drinnen. Warum, erklär ich dir gleich.

In der Natur
Im Seminarraum
01

Ein bis zwei Tage Vorbereitung, ein bis zwei Tage allein in der Wildnis oder im Wald, ein bis zwei Tage zurückkommen.

01

Ein bis eineinhalb Tage, bis sich dein Nervensystem entspannt. Dann das eine Ritual. Dann Integration.

02

Grosse Entbehrung. Hunger, Durst, Schlafmangel. Irgendwann kommt der Punkt, wo es dich so anscheisst, dass du denkst: Jetzt sterb ich lieber, oder ich lauf zurück ins Lager.

02

Dein Körper gewöhnt sich an Rituale, ans Reisen, an die Trommel, an die Gruppe. Kein Hunger, kein Durst. Die Entspannung macht die Arbeit.

03

Wer entscheidet «dann sterb ich halt hier auf dem Boden», bei dem passiert es im nächsten Moment. Das ist möglich, und es ist echt.

03

Du siehst es an der Atmung: tiefer, länger. Die Gruppe wird ruhig. Dann fängt es an, möglich zu werden.

04

Sichere Plätze, an denen sich Menschen wohlfühlen, sind sehr schwer geworden. Und du füllst 277 Seiten Sicherheitsformulare aus, damit alles versichert ist. Gesetzeskonform ist das als Leitung fast nicht mehr zu machen.

04

Ein Hotel mit Platz. Wo man Feuer machen kann. Wo es Ecken gibt, in die du dich zurückziehen kannst. Das reicht, und es ist sicher.

Gesetze und Visionen, das ist ehrlich gesagt eine völlig widersprüchliche Geschichte. Aber das ist ein anderes Thema. Für dich zählt: Beide Formen führen an denselben Ort. Die eine über die Entbehrung, die andere über die Entspannung.

Wie es abläuft.

So läuft ein Visionsseminar drinnen. Die Form draussen hat dieselben Schritte, nur mit Wald statt Raum und Hunger statt Trommel.

01

Ankommen

Sechs bis zwölf Menschen. Ein Ort mit Platz, einem Feuer und Ecken zum Zurückziehen. Handy weg. Du musst nichts leisten, das ist das Erste, was dein Körper lernen darf.

02

Gewöhnen

Dein Körper gewöhnt sich an Rituale. An Wahrnehmungen ausserhalb des Gewohnten. Ans Reisen mit der Trommel. Ans Arbeiten und Entspannen in der Gruppe. Das dauert in der Regel ein bis eineinhalb Tage.

03

Das Nervensystem

Da geht es hauptsächlich drum. Sobald sich dein Nervensystem entspannt, kann sich dein Kopf entspannen. Als Leitung siehst du das an der Atmung: die wird tiefer, die wird länger. Und die Gruppe fängt an, harmonisch zu sein.

04

Das eine Ritual

Dann gibt es dieses eine Ritual, in das du reingehst. Mit der Frage: Warum bin ich hier? Was ist meine wichtigste Aufgabe? Der plappernde Verstand hält an. Und dann legst du frei, was schon da war.

05

Die Wörter

Am Ende sind es ein Wort, zwei Wörter, drei Wörter. Das ist der Moment, den ich dir nicht beschreiben kann. Frag mich nach zwei, drei Menschen, wenn wir uns mal sehen. Guck auf die Haare auf meiner Hand. Die stehen dann.

06

Zurückkommen

Ein bis zwei Tage Integration und Schärfung von dem, was du entdeckt hast. Das ist kein Anhängsel. Ohne diesen Teil ist die Vision ein Zettel, den du zuhause in eine Schublade legst.

Es ist nicht finden. Es ist freilegen.

Worüber du dir im Klaren sein musst.

Der Verstand hält nicht an, weil du es willst.
Er hält an, weil dein Nervensystem sich entspannt hat. Drinnen über ein bis eineinhalb Tage Gewöhnung, draussen über Hunger, Durst und Schlafmangel. Wer am ersten Abend die Vision will, sitzt mit dem Kopf im Ritual.
Draussen ist echt, und draussen ist ein Risiko.
Ein bis zwei Tage allein in der Wildnis, ohne Essen, wenig Schlaf. Das ist der Punkt, an dem es passiert, und der Punkt, an dem Menschen wirklich in Gefahr sind. Eine Leitung, die das anbietet, muss dir sagen, wie sie dich im Blick hat und wie sie dich zurückholt.
Du bekommst ein Wort, kein Geschäftsmodell.
Die Vision ist die Richtung. Was du damit machst, ist die Arbeit danach. Wer dir im Seminar gleich den Businessplan dazu verspricht, verkauft einen Zielworkshop unter einem anderen Namen.
Das Wort für das Grosse ist deins.
Das Göttliche, das Universum, das All-Eine, das Leben. Wer dir vorschreibt, wie es zu heissen hat, und wer dich korrigiert, wenn du es anders nennst, hat ein Bekenntnis im Angebot und kein Ritual.
Der Moment danach ist im Körper gespeichert.
Bei dir und bei der Leitung. Ich krieg Gänsehaut, wenn ich an bestimmte Menschen denke, an die Szene, in der sie ihre Wörter gefunden haben. Wenn eine Leitung das nicht kennt, hat sie es noch nicht oft genug gesehen.

Fragen vor deinem ersten Visionsritual.

Vier an die Person, die leitet, eine an dich selbst. Ein Satz ist eine Antwort, zehn Minuten sind keine.

Frag nachVor deinem ersten Visionsritual
  • «Wie viele Menschen hast du durch Visionsrituale begleitet, bevor du dein erstes allein gegeben hast?»
  • «Wie bringst du uns zurück, und wie viel Zeit ist dafür eingeplant?»
  • «Was passiert, wenn ich mittendrin raus will?»
  • «Womit gehe ich in Kontakt, und darf ich es nennen, wie ich will?»
Und eine an dichWie will ich mich fühlen, wenn ich rauskomme?

Ein Satz ist eine Antwort. Zehn Minuten sind keine.

«Wie viele Menschen hast du durch Visionsrituale begleitet, bevor du dein erstes allein gegeben hast?»
Eine Zahl ist eine Antwort. Ein Zertifikat ist keine.
«Wie bringst du uns zurück, und wie viel Zeit ist dafür eingeplant?»
Ein bis zwei Tage Integration gehören dazu. Wer am Sonntagmittag die Vision einsammelt und um drei die Rechnung schickt, hat den grösseren Teil weggelassen.
«Was passiert, wenn ich mittendrin raus will?»
Draussen: Wer holt mich, und wann? Drinnen: Kann ich liegen bleiben, gehen, schweigen? Eine Antwort nennt einen Weg.
«Womit gehe ich in Kontakt, und darf ich es nennen, wie ich will?»
Wenn die Antwort ein Nein ist, ist es ein Bekenntnis. Dann weisst du das jetzt, und nicht erst am zweiten Tag.
«Wie will ich mich fühlen, wenn ich rauskomme?»
Die an dich. Ein Wort, fünf Sekunden, Finger auf die Stelle. Das ist deine Intention, und die trägt dich durch das Ritual.

Die drei Fragen, die für jedes Ritual gelten, stehen auf einer eigenen Seite: wie du in drei Fragen spirituellen Unsinn erkennst.

Der Rückweg.

Die Vision ist freigelegt. Jetzt kommt der Teil, den die meisten unterschätzen: ein bis zwei Tage Zurückkommen, Integration, Schärfung. Was heisst das Wort für dich am Montag? In deiner Arbeit, in deiner Familie, in deinem Körper? Das schärfst du, mit der Gruppe und mit der Leitung, bis es sitzt.

Und dann lass es arbeiten. Eine Vision ist kein Vorsatz. Sie muss nicht jeden Morgen erneuert werden. Wenn sie echt ist, trägt sie dich, und du merkst es daran, dass du nicht mehr aufgeladen werden musst.

Für mich ist das Ende dieser Workshops das Schönste, was ich kenne. Zu sehen, was mit den Leuten passiert. Das ist in meinem Körper abgespeichert, bei jedem einzelnen.

Der Wind in deinen Segeln. Nicht das Ziel am Horizont.

Häufige Fragen.

Was ist ein Visionsritual?
Ein Ritual, das deinen plappernden Verstand für einen Moment anhält. Dann kannst du ungestört und direkt mit dem in Kontakt sein, was du das Göttliche nennst, das Universum, das All-Eine, wie auch immer dein Wort dafür ist. Und in diesem Kontakt legst du etwas frei: Warum bin ich hier? Was ist meine wichtigste Aufgabe?
Was ist der Unterschied zwischen Vision und Ziel?
Ein Ziel erreichst du, dann brauchst du ein neues. Eine Vision ist der Wind in deinen Segeln. Sie treibt dich an, sie muss nicht aufgeladen werden, weil sie in deiner ganzen Existenz drin ist. Burn-in statt Burn-out. Du siehst es Menschen an den Augen an, wenn sie über ihr Thema reden.
Wie lange dauert ein Visionsritual?
Klassisch ein bis zwei Tage Vorbereitung, ein bis zwei Tage allein in der Natur, ein bis zwei Tage Zurückkommen, Integration und Schärfung. Im Seminarraum braucht es ein bis eineinhalb Tage, bis sich dein Nervensystem entspannt hat, dann kommt das eine Ritual, dann die Integration.
Visionssuche in der Natur oder Seminarraum?
Beides hat dieselbe Absicht. In der Natur kommen Hunger, Durst und Schlafmangel dazu, bis der Punkt kommt, wo du aufgibst, und genau dann passiert es. Heute ist das kaum noch gesetzeskonform zu führen, und sichere Plätze sind schwer zu finden. Darum mache ich es lieber drinnen, in Hotels mit Platz, Feuer und Rückzugsecken.
Wie viele Menschen sind bei einem Visionsritual dabei?
Sechs bis zwölf. Mehr geht nicht, weil die Leitung jeden Menschen und seine Atmung im Blick haben muss.
Was passiert im Seminarraum, bevor das Ritual kommt?
Dein Körper gewöhnt sich an Rituale, ans Reisen, an den Klang der Trommel, ans Arbeiten und Entspannen in der Gruppe. Es geht vor allem darum, dass sich dein Nervensystem entspannt. Sobald das passiert, entspannt sich dein Kopf, und dann wird es möglich. Man sieht das an der Atmung: die wird tiefer und länger, und die Gruppe wird ruhig.
Findet man die Vision, oder wie geht das?
Nicht finden. Freilegen. Sie ist schon da. Das Ritual räumt weg, was drüberliegt. Am Ende sind es ein, zwei oder drei Wörter.
Was frage ich vor meinem ersten Visionsritual?
Wie viele Menschen hast du durch Visionsrituale begleitet, bevor du dein erstes allein gegeben hast? Wie bringst du uns zurück, und wie viel Zeit ist dafür eingeplant? Was passiert, wenn ich mittendrin raus will? Und an dich selbst: Wie will ich mich fühlen, wenn ich rauskomme?
Muss ich an etwas glauben?
Nein. Du brauchst ein Wort für das, womit du in Kontakt gehst. Das Göttliche, das Universum, das All-Eine, das Leben. Welches Wort, ist deine Sache.
Was kostet ein Visionsseminar?
Die Seminarform meist CHF 600 bis 1'500, je nach Dauer und Hotel. Das ist ein Richtwert, kein Angebot. Ich nenne hier keine Anbieter.

Wer das schreibt.

Andy Dittrich
Andy Dittrich

Rund hundert Workshops bei verschiedenen Lehrern, viele Jahre als Schüler bei zwei indigenen Schamanen in Nordamerika und in der Mongolei und bei einem Lehrer in der marokkanischen Wüste. Rund 120 bis 150 Menschen hat er durch Visionsworkshops begleitet, rund zweitausend durch Rituale, sicher rein und sicher wieder raus.

Hier steht nur, was er selber von innen kennt. Was er nicht gemacht hat, steht hier nicht.

Meine Absicht mit diesen Seiten: Ich geb dir Wissen, damit du den Unterschied selber findest. Zwischen schamanischem Bullshit und einem besonderen Erlebnis.

Bevor du hingehst

Rituale wirken.Die Frage ist, in welche Richtung.

In der Begleitung übst du sechs Monate lang genau das: wissen, wo du bist, sehen, was da ist, und die eigene Richtung halten. Auch dann, wenn im Raum jemand anderes die Trommel hat.

Die Begleitung ansehen