Die Hotellobby.Schamanisches Träumen, eine Praxisanwendung. Wie ich Konferenzen zu einem Erlebnis gemacht habe.

Schamanische Traumreisen lassen dich Dinge träumen, bevor sie passieren. Ich mach dir ein praktisches Beispiel aus meiner Zeit im Learning and Development.

Von Andy DittrichStand 16. September 20267 Minuten

Auf einen Blick
1
Nachmittagin der Hotellobby, möglichst unbeobachtet
2
Arteneinmal komplett durch, dann sequenziell mit Stopptaste
3
Farbenund leeres Papier. Sonst nichts.

Visionsritual im Alltag. Für alle, die Events, Kurse oder Konferenzen machen.

DauerEin Nachmittag
OrtDie Hotellobby
AusstattungPapier, zwei bis drei Farben
Für wenLearning and Development

Kurz gesagt.

Kurz gesagt

Ich setz mich in die Hotellobby und schau mir den Tag an, wie er sein wird. Wie einen Film. Wo die Menschen reinkommen, wohin sie gehen, wo sie Kaffee holen, wo die nächsten WCs sind, wo abends die Bar ist.

Stopptaste, einzeichnen, vorspulen. Am Ende hab ich einen Plan, den kein Grundriss mir gibt. Und die Menschen haben einen Tag, der läuft.

Die Ausstattung.

Das kommt an den Anfang, weil es immer gleich ist. Ich hab leeres Papier dabei. Ich hab Stifte dabei, vielleicht zwei, drei Farben. Das ist alles.

Dann fahr ich an einem Nachmittag in das Hotel und setz mich in die Lobby. So, dass ich möglichst unbeobachtet bin. Kein Laptop, kein Meeting mit dem Bankettleiter. Nur sitzen.

Leeres Papier. Zwei, drei Farben. Eine Lobby.

Das Beispiel.

Eine Konferenz in der Schweiz. Aus ganz Europa sind Menschen zu einem Innovationsworkshop hergeflogen und hergereist. Die Konzeption war von mir, also die Idee, wie das prinzipiell läuft, das Thema, das war alles gesetzt. Dann ging es um die Hotelauswahl.

Und dann sitz ich in dieser Lobby und schau mir an, wie in einem Film, wie der Tag sein wird, wenn die Menschen ankommen. Wie kommen sie an? Wie sind die Ströme? Wo kommen sie rein? Wo ist der Seminarraum? Wie läuft das ab?

Und dann weiss ich einfach: Ich brauche drei, vier Hinweisschilder. Und ich weiss, wo sie stehen müssen. Nicht, weil ich es mir überlegt habe. Weil ich gesehen habe, wo Leute stehen bleiben und schauen.

Ich träume das immer in Sequenzen. Schau an, was passiert, wie es passiert, und mach mir Notizen, damit ich es nachher noch weiss.

Einmal durch. Dann sequenziell.

Ich hab mehrere Dinge, wie ich das mache. Das eine ist: Ich träum es einmal komplett durch, von Anfang bis Ende.

Und dann das Zweite: sequenzielles Träumen. Für mich hat dieses Träumen die Qualität von einem guten Netflix-Film. Ich kann immer wieder eine Sequenz anschauen, Stopptaste drücken, kurz auf den Plan einzeichnen, und wieder vorspulen. Nächste Sequenz.

Das ist ein detailreiches Träumen, logischerweise gepaart mit Erfahrung. Das Bild von den hundertzwanzig Leuten vor einem WC hab ich nicht erfunden. Das hab ich mal erlebt. Der Traum holt es hervor, bevor es wieder passiert.

Stopptaste. Einzeichnen. Vorspulen.

Ankommen

Die Leute kommen rein. Wo bleiben sie stehen? Wo ist die Garderobe? Wer sagt ihnen, wohin?

Pausenraum

Wie gross ist er? Wo stehen die Tische? Wo steht der Kaffee? Wie laufen sie wieder raus?

WCs

Wo sind die nächsten? Wie viele? Wenn hundertzwanzig Leute gleichzeitig aufstehen, brauchst du nicht ein WC. Sonst dauert die Pause zwei Stunden. Also: ein Schild, wo die nächstgelegenen sind.

Die Sprecher

Wo sind sie vorher, wenn sie noch nicht im Raum sind? Wo machen wir den Mikrofoncheck?

Der Teamraum

Gibt es einen? Wie gross? Wie nah am Raum, wo das Event läuft? Wie sind die Wege im Hotel?

Der Abend

In welchem Raum wird gegessen? Braucht es an der Bar einen Bereich, den wir reservieren lassen, für die grosse Gruppe?

Sicherheit

Die Firma brauchte immer ein Sicherheitskonzept. Einmal kurz schauen, was wir brauchen. Und wieder von vorn.

Stopptaste. Einzeichnen. Vorspulen.

Einmal komplett durch, wie ein Film. Dann sequenziell: anhalten, auf den Plan einzeichnen, weiter. Der Traum holt hervor, was du schon einmal erlebt hast, bevor es wieder passiert.

  • Einmal komplett durch: von Anfang bis Ende, wie ein Film
  • Stopptaste: anhalten, auf den Plan einzeichnen
  • Vorspulen: nächste Sequenz
  • Leeres Papier, zwei, drei Farben, eine Lobby
AnkommenPausenraumWCsStopptasteStopptasteeinzeichneneinzeichnenEinmal komplett durchvon Anfang bis Ende, wie ein Filmvorspulen, nächste SequenzLeeres Papier. Zwei, drei Farben. Eine Lobby.

Warum ich das gemacht habe.

Mir ging es in allererster Linie immer um die Menschen. Dass die Menschen ein Erlebnis haben. Dass sie Spass hatten an diesen Events. Ich hab diese Fähigkeit wirklich trainiert, um aus einem Event ein Erlebnis zu machen.

Eine Agenda für ein Event, das kann heute jede KI in kürzester Zeit. Wahrscheinlich sogar besser, als ich das jemals im Leben gemacht habe. Aber ein Erlebnisdesign, Räume anschauen, Flows anschauen, das ist auch heute noch super wichtig. Und das als Qualität macht den Riesenunterschied.

Ich würde alle Menschen im Learning and Development wirklich einladen, persönliche Techniken zu entwickeln. Vielleicht hast du längst gute. Dann teil ich hier einfach, wie ich es mache. Vielleicht ist es eine Inspiration. Vielleicht hast du ein Lächeln im Gesicht. Vielleicht sagst du, der hat nicht alle Latten am Zaun. Ist mir ehrlich gesagt egal.

Das ist ein praktisches Beispiel, wo mir die vielen Traumreisen, die ich gemacht habe, ganz praktisch helfen. Nicht im Wald. In einer Hotellobby.

Die Agenda kann die KI. Das Erlebnis nicht.

Die Agenda kann die KI. Das Erlebnis nicht.

Häufige Fragen.

Was ist schamanisches Träumen?
Schamanische Traumreisen lassen dich Dinge träumen, bevor sie passieren. Nicht planen, nicht kurz in die Zukunft denken. Anschauen. Wie einen Film, in dem du die Stopptaste drücken kannst.
Was ist der Unterschied zum Planen?
Planen macht der Kopf, mit einer Liste. Träumen macht der Körper, mit Bildern. Beim Planen überlegst du, was du brauchst. Beim Träumen siehst du, was passiert, und schreibst auf, was du dabei gebraucht hättest. Das eine ist eine Agenda. Das andere ist ein Erlebnis.
Wie funktioniert das konkret?
Ich fahr an einem Nachmittag ins Hotel und setz mich in die Lobby, möglichst unbeobachtet. Leeres Papier, Stifte in zwei, drei Farben. Dann schau ich mir den Tag an, wie er sein wird, wenn die Menschen ankommen. Wo kommen sie rein, wie sind die Ströme, wo ist der Seminarraum, wo die Pausenräume, wo der Kaffee, wo die nächsten WCs. Bis abends an der Bar.
Was heisst sequenzielles Träumen?
Zuerst träum ich es einmal komplett durch, von A bis Z. Dann gehe ich zurück und schau mir einzelne Sequenzen an. Wie bei Netflix: Stopptaste drücken, kurz auf den Plan einzeichnen, vorspulen, nächste Sequenz.
Braucht es dafür Erfahrung?
Ja. Das Träumen ist gepaart mit Erfahrung. Wenn hundertzwanzig Leute gleichzeitig aufstehen und Kaffeepause machen, brauchst du nicht ein WC, sonst dauert es zwei Stunden. Das siehst du im Traum, weil du es schon mal erlebt hast.
Kann das nicht eine KI machen?
Eine Agenda für ein Event kann heute jede KI in kürzester Zeit, wahrscheinlich besser, als ich das je gemacht habe. Räume anschauen, Flows anschauen, ein Erlebnis designen: das nicht. Das ist auch heute noch super wichtig.
Wo lerne ich schamanische Traumreisen?
Nicht aus einem Buch, und nicht an einem Nachmittag. Am Wochenende in Sursee lernst du, wie du sicher in eine Traumreise hineingehst und sicher wieder rauskommst. Das Träumen im Alltag kommt danach, mit dem Üben.

Wer das schreibt.

Andy Dittrich
Andy Dittrich

Fünfundzwanzig Jahre Learning and Development in rund dreissig Ländern, Konferenzen und Lernformate für Führungsteams. Daneben viele Jahre als Schüler bei zwei indigenen Schamanen in Nordamerika und in der Mongolei und bei einem Lehrer in der marokkanischen Wüste. Rund zweitausend Menschen hat er durch Rituale begleitet.

Hier steht nur, was er selber von innen kennt. Was er nicht gemacht hat, steht hier nicht.

Meine Absicht mit diesen Seiten: Ich geb dir Wissen, damit du den Unterschied selber findest. Zwischen schamanischem Bullshit und einem besonderen Erlebnis.

Rituale lernen

Träumen lernst du nicht in der Lobby.Du lernst es in der Traumreise.

Am Wochenende in Sursee gehst du selbst in eine schamanische Traumreise, sicher rein, sicher raus. Das Träumen im Alltag kommt danach, mit dem Üben.

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