
Ayahuasca, Ayahuasca mit Tabak, Pilzreisen. Es werden immer mehr, und die Formen immer verschiedener. Keine Anleitung, keine Empfehlung. Aber ein Unterschied, den dir kaum jemand sagt.
Heilritual in der Herkunft. In der Schweiz nicht legal (DMT, Psilocybin). MAO-Hemmer, Wechselwirkungen.
Bei einem Pflanzenritual bekommst du ein Thema serviert. Die Intention, mit der du reingehst, und das, was du bekommst, sind zwei verschiedene Dinge.
Bei einer schamanischen Traumreise, nur mit Trommel und Klang, gehst du mit einer Intention rein und kannst sie durch das ganze Ritual halten. Das ist der grösste Unterschied.
Von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang. Der grösste Teil der Nacht ist nicht die Wirkung, sondern das, was davor und danach kommt. Wer nur die Mitte anbietet, verkauft dir ein Thema, das du nicht ausgesucht hast.
Auf einem Festival kannst du beobachten, wie sorgfältig Menschen ihren Kaffee bestellen. Erbsenmilch, Mandelmilch, Hafer, dazu die Frage, ob der Sirup wirklich ohne Zucker ist. Die Auswahl ist heute gigantisch, und die Mühe, die sich Menschen dabei geben, ist echt.
Das ist keine Kritik. So ist das System Mensch, und es zaubert mir eher ein Lächeln ins Gesicht.
Auffällig wird es erst daneben. Dieselben Menschen stehen zwei Stunden später vor einem Ritual, das tiefer in sie hineingeht als jede Milch, und haben sich null Komma null Gedanken darüber gemacht, mit welcher Intention sie hineingehen. Sie gehen hin und konsumieren.
Und genau da setzt es an.
Beim Kaffee fragen alle nach. Vor dem Ritual fast niemand.
Pflanzenrituale sind Zeremonien, in denen eine psychoaktive Pflanze oder ein Pilz eingenommen wird. Am häufigsten Ayahuasca, oft mit Tabak, oder Pilze. Es gibt sie inzwischen in unglaublich vielen Formen, von der traditionellen Zeremonie bis zum Retreat für Reisende, und es werden jedes Jahr mehr.
Ich hab verschiedene dieser Reisen gemacht. Aus Neugier, ehrlich gesagt, weil ich den Unterschied zu den cleanen schamanischen Traumreisen verstehen wollte, die nur mit Trommel und Klang arbeiten. Und der Hauptunterschied ist für mich dieser: Bei den Pflanzenritualen bekomme ich ein Thema serviert. Das heisst, die Intention, mit der ich ins Ritual reingegangen bin, und das, was ich bekommen habe, waren zwei verschiedene Dinge.
Bei einer Trommelreise geh ich mit einer Intention rein und kann diese Intention durch das ganze Ritual halten. Für mich ist das der riesengrosse Unterschied. Beides kann wertvoll sein. Du solltest nur wissen, welches von beidem du buchst. Und ob die Menschen dort dich sicher rein und sicher wieder rausbringen können.
Du bekommst ein Thema serviert.
Die Formen sind unterschiedlich, der Ablauf ist fast überall gleich. Wenn du weisst, was kommt, kannst du dich um das Wesentliche kümmern.
Meistens eine Diät über Tage. Kein Alkohol, bestimmte Lebensmittel nicht, oft ein Gespräch vorher. Wie ernst das genommen wird, sagt dir viel über den Anbieter.
Ein Raum oder eine Hütte, Matten, Eimer, gedämpftes Licht. Die Zeremonie dauert meistens eine ganze Nacht. Oft mehrere hintereinander.
Einzeln, nacheinander. Dann kommt eine Wartezeit, in der noch nichts passiert. Für viele ist das der unruhigste Teil.
Sie kommt in Wellen, oft mit dem Körper: Übelkeit, Erbrechen. Was dabei kommt, bestimmst nicht du. Das Thema wird dir serviert.
Gegen Morgen klingt es ab. Ob jemand da ist, der merkt, wie es dir geht, entscheidet sich jetzt. Nicht in der Broschüre.

Beim Kaffee fragen alle nach. Vor dem Ritual fast niemand.
Drei an die Person, die leitet, eine an dich. Wer eine ruhige Frage als Angriff versteht, hat die erste Antwort schon gegeben.
Ein Satz ist eine Antwort. Zehn Minuten sind keine.
Die fünf Fragen, die für jede Leitung gelten, stehen auf einer eigenen Seite: Schau genau hin. Frag nach.
In der Schweiz und in den meisten europäischen Ländern fallen DMT, das in Ayahuasca drin ist, und Psilocybin unter das Betäubungsmittelgesetz. Zeremonien sind hier nicht legal, egal wie sie heissen. Medizinisch ist die wichtigste Gefahr die Wechselwirkung: Ayahuasca enthält MAO-Hemmer, und die können zusammen mit vielen Antidepressiva, besonders SSRI, zu einem lebensgefährlichen Serotonin-Syndrom führen. Bei Herzerkrankungen und bei Psychose oder Bipolarer Störung in der eigenen oder familiären Vorgeschichte: nicht. Diese Seite nennt keine Dosierungen, keine Bezugsquellen und keine Anbieter.
Was in einer Nacht aufgeht, braucht Wochen. Die Zeit danach heisst Integration, und das ist der Teil, den die meisten unterschätzen. Sprich mit jemandem, der zuhört, ohne zu deuten. Schreib auf, was du gesehen hast, nicht, was es bedeutet.
Und buch nicht die nächste Zeremonie, um die letzte zu verstehen. Ein Ritual macht man, wenn es gebraucht wird. Danach lässt du es arbeiten.
Ein Ritual wird gemacht, wenn es gebraucht wird.
Rund hundert Workshops bei verschiedenen Lehrern besucht, zwei Breathwork-Ausbildungen, viele Jahre als Schüler bei indigenen Schamanen in Nordamerika und in der Mongolei und bei einem Lehrer in der marokkanischen Wüste. Rund zweitausend Menschen hat er durch Rituale begleitet, sicher hinein und sicher wieder heraus.
Hier steht nur, was er von innen kennt.
Meine Absicht mit diesen Seiten: Ich geb dir Wissen, damit du den Unterschied selber findest. Zwischen schamanischem Bullshit und einem besonderen Erlebnis.
Ob du einen Workshop bei mir buchst oder bei jemand anderem, ist mir ehrlich gesagt nicht wahnsinnig wichtig. Ich möchte vor allem, dass es dir gut geht. Und das geht nur, wenn du zwei Dinge für dich herausfindest: dass du die Totalität deiner Existenz entdeckst, und dass du dir klar bist, was dieses Ritual sein soll.
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