
Zwölf Leute liegen auf dem Boden, einer trommelt, und danach erzählt jede, wen sie getroffen hat. Genau da geht es schief. Nicht beim Trommeln. Beim Deuten.
Visionsritual. Drinnen, liegend, ganzjährig. Der schnellere Schlag ruft zurück.
Eine Trommelreise ist eine geführte Übung. Ein gleichmässiger Trommelschlag hilft dir, dein Gewahrsein bewusst zu bewegen. Du liegst, deckst die Augen ab, stellst dir einen Eingang vor: eine Höhle, einen Baum, eine Quelle.
Die Trommel bringt dich hin. Ein schnellerer Schlag holt dich zurück. Was du dabei siehst, gehört dir. Und die Deutung auch.
Die Trommel macht die Reise, nicht die Leitung. Gleichmässig, etwa vier Schläge pro Sekunde, fünfzehn bis zwanzig Minuten. Dann wird der Schlag schneller. Das ist der Rückruf, und du kommst, ob du fertig bist oder nicht.
Die Trommelreise ist der häufigste Einstieg in schamanisches Arbeiten. Fast jeder fängt damit an, ich auch. Und es ist gleichzeitig die Übung, bei der am meisten schiefgeht, und zwar nicht während der Reise, sondern danach.
Der Ablauf ist fast überall gleich. Du legst dich hin, deckst die Augen ab, stellst dir einen Eingang vor. Die Trommel schlägt gleichmässig, so vier bis sieben Schläge pro Sekunde, und nach einer Minute hörst du auf, sie zu zählen. Dann bist du unterwegs. Zehn bis zwanzig Minuten. Manche sehen Landschaften und Tiere, manche ein einzelnes Bild, manche gar nichts. Dann wird der Schlag schnell, das ist der Rückruf, und du kommst zurück.
Und dann kommt die Runde. Jede erzählt, was sie gesehen hat. Und hier entscheidet sich ehrlich gesagt alles. Weil jetzt fängt einer an zu deuten. Dein Bär bedeutet das, dein Nichts-Sehen bedeutet jenes. Das ist der Moment, wo du aufpassen musst. Was du gesehen hast, gehört dir. Die Deutung auch.
Behalte das Bild. Gib die Deutung zurück.
Die Formen sind unterschiedlich, der Ablauf ist fast überall gleich. Wenn du weisst, was kommt, kannst du dich um das Wesentliche kümmern.
Kurz und einmal. Hinlegen, Augen zu, Eingang vorstellen, reingehen. Nichts erwarten. Was kommt, kommt. Wer länger als fünf Minuten erklärt, redet dir die Reise vor.
Gleichmässig. Nicht schnell, nicht langsam. Nach einer Minute zählst du nicht mehr, und das ist der Moment, wo es losgeht.
Zehn bis zwanzig Minuten. Landschaften, Tiere, ein Bild, oder nichts. Alles davon ist eine Reise. Ich hab bei meiner ersten auch nicht viel gesehen.
Der Schlag wird schnell, wie ein Rufen. Von aussen siehst du, wer wirklich weg war: Die Füsse kommen zurück, bevor der Rest kommt.
Jede erzählt. Und hier wird es heikel. Weil jetzt Deutungen verteilt werden, die niemand bestellt hat.

Behalte das Bild. Gib die Deutung zurück.
Drei an die Person, die leitet, eine an dich. Ein Satz ist eine Antwort, zehn Minuten sind keine.
Ein Satz ist eine Antwort. Zehn Minuten sind keine.
Die fünf Fragen, die für jede Leitung gelten, stehen auf einer eigenen Seite: Schau genau hin. Frag nach.
Schreib auf, was du gesehen hast. So genau wie möglich, und lass die Bedeutung erst mal offen. Bilder aus einer Reise arbeiten weiter, oft tagelang, und ergeben manchmal erst nach Wochen einen Sinn. Was du sofort erklärst, hörst du auf zu sehen.
Und wenn dir jemand in der Runde eine Deutung gegeben hat: Prüf in Ruhe, ob sie deine ist. Sie muss es nicht sein. Meistens ist sie es nicht.
Ein Ritual wird gemacht, wenn es gebraucht wird.
Rund hundert Workshops bei verschiedenen Lehrern, viele Jahre als Schüler bei zwei indigenen Schamanen in Nordamerika und in der Mongolei und bei einem Lehrer in der marokkanischen Wüste. Rund zweitausend Menschen hat er durch Rituale begleitet, sicher rein und sicher wieder raus.
Hier steht nur, was er selber von innen kennt. Was er nicht gemacht hat, steht hier nicht.
Meine Absicht mit diesen Seiten: Ich geb dir Wissen, damit du den Unterschied selber findest. Zwischen schamanischem Bullshit und einem besonderen Erlebnis.
In der Begleitung übst du sechs Monate lang genau das: wissen, wo du bist, sehen, was da ist, und die eigene Richtung halten. Auch dann, wenn im Raum jemand anderes die Trommel hat.
Die Begleitung ansehenDazu passt.