
Das Wort kommt aus Sibirien und heisst ungefähr: einer, der weiss. Nicht einer, der glaubt. Und nicht einer, der es gebucht hat. Diese Seite ist kein Pranger. Sie ist ein Werkzeug, mit dem du jedes Angebot prüfst. Auch meins.
Keine Anbieter, keine Namen. Eine Zahl ist eine Antwort, ein Name ist eine Antwort, ein Weg ist eine Antwort. Ausweichen ist keine.
Schamanismus ist, was dieser eine Mensch tut: für andere in einen anderen Zustand gehen, etwas holen, und zurückkommen. Kein Glaube. Ein Handwerk, mit drei Werkzeugen, die du schon hast: Gewahrsein, Wahrnehmung, Intention.
Alles, was das nicht tut, kann sich nennen, wie es will. Schamanisch ist es nicht. Und das Wort davor macht die Sache nicht anders. Es macht sie teurer.
Aus Sibirien. Von den Ewenken. Schamán. Die Wurzel heisst ungefähr: wissen. Ein Schamane ist also einer, der weiss. Bei den Tungusen war das ein Mensch mit einer Aufgabe für die Gemeinschaft. Er geht in einen anderen Zustand, holt etwas, eine Heilung, ein Wissen, eine Seele, und kommt zurück. Berufen, nicht gebucht. Über Jahre gelernt, oft nach einer Krise.
Und jetzt kommt der Punkt, den kaum jemand kennt. Das Wort Schamanismus war schon ein Etikett, bevor der Markt es genommen hat. Ein Europäer hat es im siebzehnten Jahrhundert einem Ewenken abgehört. Die Völker selbst hatten kein Wort dafür. Sie hatten den Menschen. Dann haben Ethnologen Praktiken aus der ganzen Welt unter dieses eine Wort gepackt. Ein Religionswissenschaftler hat es 1951 zur Theorie gemacht. Ein Amerikaner hat es 1980 zum Wochenendkurs gemacht: Trommelreise, Krafttier, Seelenrückholung, weltweit, in drei Tagen. Das ist die Form, die heute fast alle Angebote in Europa prägt.
Schamanisches Yoga ist nur die nächste Stufe. Wenn ein Wort nichts mehr trägt, kann man es vor alles kleben.
Einer, der weiss. Nicht einer, der es gebucht hat.
Von den Ewenken in Sibirien bis zum schamanischen Yoga. Das Wort war schon ein Etikett, bevor der Markt es genommen hat. Wenn ein Wort nichts mehr trägt, kann man es vor alles kleben.
Ein spiritueller Lehrer aus Bali hat mir mal gesagt: Was die Modebranche mit den Buddha-Statuen gemacht hat, ist eine absolute Katastrophe. Der gehört auf einen Altar. Nicht als Deko in eine altdeutsche Eiche.
Der Mann hatte recht, und man kann es nachlesen. In Thailand und Sri Lanka ist der Buddha keine Dekoration. Ein Buddha-Kopf ohne Körper gilt als zerstörtes Bildnis. Eine Statue steht so hoch wie möglich, nie auf dem Boden. Sri Lanka lässt Touristen mit Buddha-Tattoo nicht ins Land.
Mit dem Wort schamanisch passiert gerade dasselbe. Etwas, das eine Aufgabe hatte, auf dem Altar, in der Gemeinschaft, wird zur Stimmung. Die Form bleibt. Die Aufgabe geht. Und die Menschen, die die Aufgabe kennen, schauen zu.
Die Form bleibt. Die Aufgabe geht.
Du brauchst keine Recherche und keine Vorbildung. Du brauchst eine Frage, und die stellst du der Person, die das Angebot macht:
Was passiert in deinem schamanischen Yoga, das in einem Yoga nicht passiert?
Setz ein, was du willst. Reiki. Massage. Coaching. Aufstellung. Wenn die Antwort «die Trommel» ist, ist es Yoga mit Trommel. Wenn die Antwort «die Intention» ist, frag, was die Person unter Intention versteht, und hör zu, ob ein Satz kommt oder zehn Minuten. Wenn die Antwort eine echte Handlung ist, die es sonst nicht gibt, hast du etwas gefunden. Das gibt es. Selten, aber es gibt es.
An die Person, die vorne steht. Vor der Anmeldung, nicht am Abend selbst. Es gibt keine richtige Zahl. Es gibt Antworten und Ausweichen.
Ein Satz ist eine Antwort. Zehn Minuten sind keine.
Zu jedem Ritual gibt es eigene Fragen dazu, zum Beispiel vor deiner ersten Schwitzhütte. Und die drei, die überall gelten: spirituellen Unsinn erkennen.
Damit klar ist, was das hier ist: kein Vorwurf an andere, sondern ein Massstab, den ich zuerst an mich lege. Die fünf Fragen, von mir beantwortet.
Rund hundert, bei verschiedenen Lehrern, über viele Jahre. Immer als Schüler.
Sieben Jahre bei meinem ersten Lehrer. Drei Jahre Ausbildung bei einem indigenen Schamanen in Nordamerika, dazu eine Schamanin in der Mongolei und ein Lehrer in der marokkanischen Wüste. Die Namen behalte ich.
Nicht, bis mein Lehrer es gesagt hat. Ich hab zuerst Nein gesagt. Ich komme aus dem Business, ich hatte da keine Glaubwürdigkeit. Er hat gesagt: Wer sich fragt, ob er das kann, hat Respekt vor der Aufgabe.
Rund zweitausend Menschen. Sicher rein und sicher wieder raus.
Wer geht, gibt ein Zeichen. Niemand fasst an. Niemand redet dir rein. Und ein Ritual wird nie abgebrochen, weil eine geht.
Prüf das. Frag mich am Wochenende in Sursee, frag Menschen, die bei mir waren. Und stell dieselben Fragen dem nächsten Angebot, das dir begegnet.
Was ich heute im Netz gefunden habe, in der Schweiz, in Deutschland, in Österreich. Ohne Namen. Links das Wort auf dem Prospekt, rechts das, was drunter ist.
Yoga mit Trommel im Hintergrund. Yoga ist indisch und zweitausend Jahre alt. Die Trommel macht es nicht schamanisch.
Aufstellung nach Hellinger, achtziger Jahre, mit Räuchern und Ritual drumherum. Kein Schamane auf der Welt hat je aufgestellt.
Handauflegen nach Usui, Japan, 1922. Mit einer Trommelreise als Rahmen.
Ölmassage mit Federn und Rassel, Diplom von einer privaten Schule. Die Rassel ist das Schamanische daran.
Ein Coaching-Gespräch plus Trommelreise oder Kartenziehen. Coaching kommt aus dem Sport, USA, siebziger Jahre.
Heilpraktikerschule, Zertifikat, Lehrplan aus Core Shamanism. Kein geschützter Beruf, kein Register.
Aura, Chakren, «Extraktion». Aura und Chakren im Westen: Theosophie, zwanziger Jahre.
Salbeibündel und Palo Santo im Versand. Räuchern ist überall alt. Das Bündel gehört einer konkreten Tradition, die hier ohne Kontext verkauft wird.
Freies Tanzen zum DJ-Set mit Augenbinde. Ecstatic Dance, Hawaii, zweitausender Jahre.
Horoskop mit Krafttier statt Tierkreis. Babylon trifft Wochenendkurs.
Businesscoaching in Modulen, Aufstellungen für Finanzen. Unternehmertum mit Seele, steht auf dem Prospekt.
Wochenendkurse mit Stufen und Zertifikat. Im Ursprung: berufen, jahrelang gelernt, von der Gemeinschaft benannt, nie von sich selbst.
Das Muster ist überall gleich. Schamanisch wird vor etwas geklebt, das schon einen Namen und eine Herkunft hat. Das Wort liefert Mystik, Tiefe und Preis. Es liefert nie eine andere Handlung.
Kein Pranger. Ich nenne keine Anbieter, weil ein Pranger dich abhängig macht von dem, der ihn führt. Du bekommst Fragen. Die funktionieren bei jedem, auch bei mir.
Und kein Urteil über die Menschen, die hingehen. Sehr viele haben über einen Trommelabend, eine Kakao-Zeremonie, einen Tanz ihren Zugang zu ihrer Spiritualität gefunden. Der Zugang ist echt, auch wenn das Etikett falsch war. Mein eigener Weg fing mit einem Workshop an, gebucht wie ein Termin. Der Ärger gehört zu denen, die das Wort vorkleben. Nicht zu denen, die drunter etwas gesucht haben.
Hart gegen das Etikett. Weich zu den Menschen.

Einer, der weiss. Nicht einer, der es gebucht hat.
Rund hundert Workshops bei verschiedenen Lehrern, viele Jahre als Schüler bei zwei indigenen Schamanen in Nordamerika und in der Mongolei und bei einem Lehrer in der marokkanischen Wüste. Rund zweitausend Menschen hat er durch Rituale begleitet, sicher rein und sicher wieder raus.
Hier steht nur, was er selber von innen kennt. Was er nicht gemacht hat, steht hier nicht.
Meine Absicht mit diesen Seiten: Ich geb dir Wissen, damit du den Unterschied selber findest. Zwischen schamanischem Bullshit und einem besonderen Erlebnis.
Zwei Tage, acht Plätze, sicher rein und sicher raus. Du siehst das Handwerk von aussen und fühlst es von innen. Und du kannst jede Frage stellen, die auf dieser Seite steht.
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