Schau genau hin. Frag nach.Schamanisches Yoga, schamanisches Reiki, schamanische Familienaufstellung. Das Wort wird vor alles geklebt. Hier ist, was es heisst.

Das Wort kommt aus Sibirien und heisst ungefähr: einer, der weiss. Nicht einer, der glaubt. Und nicht einer, der es gebucht hat. Diese Seite ist kein Pranger. Sie ist ein Werkzeug, mit dem du jedes Angebot prüfst. Auch meins.

Von Andy DittrichStand 16. September 20269 Minuten

Auf einen Blick
1
TestfrageWas passiert in deinem schamanischen Yoga, das in einem Yoga nicht passiert?
5
Fragen an jede LeitungWorkshops, Jahre, Hinstellen, Menschen, Rückweg
12
Etikettendie ich heute im Netz gefunden habe, mit dem, was drunter ist

Keine Anbieter, keine Namen. Eine Zahl ist eine Antwort, ein Name ist eine Antwort, ein Weg ist eine Antwort. Ausweichen ist keine.

Das WortEiner, der weiss
HerkunftSibirien, Ewenkisch
Was er tutHineingehen, holen, zurückkommen. Für andere.
Der RestEtikett

Kurz gesagt.

Definition

Schamanismus ist, was dieser eine Mensch tut: für andere in einen anderen Zustand gehen, etwas holen, und zurückkommen. Kein Glaube. Ein Handwerk, mit drei Werkzeugen, die du schon hast: Gewahrsein, Wahrnehmung, Intention.

Alles, was das nicht tut, kann sich nennen, wie es will. Schamanisch ist es nicht. Und das Wort davor macht die Sache nicht anders. Es macht sie teurer.

Woher das Wort kommt.

Aus Sibirien. Von den Ewenken. Schamán. Die Wurzel heisst ungefähr: wissen. Ein Schamane ist also einer, der weiss. Bei den Tungusen war das ein Mensch mit einer Aufgabe für die Gemeinschaft. Er geht in einen anderen Zustand, holt etwas, eine Heilung, ein Wissen, eine Seele, und kommt zurück. Berufen, nicht gebucht. Über Jahre gelernt, oft nach einer Krise.

Und jetzt kommt der Punkt, den kaum jemand kennt. Das Wort Schamanismus war schon ein Etikett, bevor der Markt es genommen hat. Ein Europäer hat es im siebzehnten Jahrhundert einem Ewenken abgehört. Die Völker selbst hatten kein Wort dafür. Sie hatten den Menschen. Dann haben Ethnologen Praktiken aus der ganzen Welt unter dieses eine Wort gepackt. Ein Religionswissenschaftler hat es 1951 zur Theorie gemacht. Ein Amerikaner hat es 1980 zum Wochenendkurs gemacht: Trommelreise, Krafttier, Seelenrückholung, weltweit, in drei Tagen. Das ist die Form, die heute fast alle Angebote in Europa prägt.

Schamanisches Yoga ist nur die nächste Stufe. Wenn ein Wort nichts mehr trägt, kann man es vor alles kleben.

Einer, der weiss. Nicht einer, der es gebucht hat.

Der Weg eines Wortes.

Von den Ewenken in Sibirien bis zum schamanischen Yoga. Das Wort war schon ein Etikett, bevor der Markt es genommen hat. Wenn ein Wort nichts mehr trägt, kann man es vor alles kleben.

  • Sibirien, die Ewenken: šamán, einer, der weiss. Berufen, nicht gebucht
  • 17. Jahrhundert: ein Europäer hört das Wort ab
  • Ethnologen: ein Wort für Praktiken aus der ganzen Welt
  • 1951: ein Religionswissenschaftler macht es zur Theorie
  • 1980: ein Amerikaner macht es zum Wochenendkurs, drei Tage
  • Heute: vor alles geklebt
Sibirien, die Ewenkenšamán: einer, der weissberufen, nicht gebucht17. Jahrhundertein Europäer hörtdas Wort abEthnologenein Wort für Praktikenaus der ganzen Welt1951ein Religionswissenschaftlermacht es zur Theorie1980ein Amerikaner macht eszum Wochenendkurs, 3 Tageheutevor alles geklebt:Yoga, Reiki, Aufstellung

Der Buddha in der altdeutschen Eiche.

Ein spiritueller Lehrer aus Bali hat mir mal gesagt: Was die Modebranche mit den Buddha-Statuen gemacht hat, ist eine absolute Katastrophe. Der gehört auf einen Altar. Nicht als Deko in eine altdeutsche Eiche.

Der Mann hatte recht, und man kann es nachlesen. In Thailand und Sri Lanka ist der Buddha keine Dekoration. Ein Buddha-Kopf ohne Körper gilt als zerstörtes Bildnis. Eine Statue steht so hoch wie möglich, nie auf dem Boden. Sri Lanka lässt Touristen mit Buddha-Tattoo nicht ins Land.

Mit dem Wort schamanisch passiert gerade dasselbe. Etwas, das eine Aufgabe hatte, auf dem Altar, in der Gemeinschaft, wird zur Stimmung. Die Form bleibt. Die Aufgabe geht. Und die Menschen, die die Aufgabe kennen, schauen zu.

Die Form bleibt. Die Aufgabe geht.

Die eine Testfrage.

Du brauchst keine Recherche und keine Vorbildung. Du brauchst eine Frage, und die stellst du der Person, die das Angebot macht:

Was passiert in deinem schamanischen Yoga, das in einem Yoga nicht passiert?

Setz ein, was du willst. Reiki. Massage. Coaching. Aufstellung. Wenn die Antwort «die Trommel» ist, ist es Yoga mit Trommel. Wenn die Antwort «die Intention» ist, frag, was die Person unter Intention versteht, und hör zu, ob ein Satz kommt oder zehn Minuten. Wenn die Antwort eine echte Handlung ist, die es sonst nicht gibt, hast du etwas gefunden. Das gibt es. Selten, aber es gibt es.

Fünf Fragen an jede Leitung.

An die Person, die vorne steht. Vor der Anmeldung, nicht am Abend selbst. Es gibt keine richtige Zahl. Es gibt Antworten und Ausweichen.

Frag nachFünf Fragen an jede Leitung
  • «Wie viele Workshops hast du selbst gemacht, bevor du den ersten gegeben hast?»
  • «Wie lange hast du gelernt, und bei wem?»
  • «Wie lange hat es gedauert, bis du dich zum ersten Mal hingestellt hast?»
  • «Wie viele Menschen hast du begleitet, hinein und wieder heraus?»
  • «Was passiert, wenn ich mittendrin raus will?»

Ein Satz ist eine Antwort. Zehn Minuten sind keine.

«Wie viele Workshops hast du selbst gemacht, bevor du den ersten gegeben hast?»
Eine Zahl. «Viele» ist keine.
«Wie lange hast du gelernt, und bei wem?»
Jahre und ein Name oder eine Linie. Ein Wochenende ist eine Antwort, aber eine, die du dann kennst.
«Wie lange hat es gedauert, bis du dich zum ersten Mal hingestellt hast und ein Ritual gegeben hast?»
Wer das sofort getan hat, sagt es. Wer gewartet hat, sagt, worauf.
«Wie viele Menschen hast du begleitet, hinein und wieder heraus?»
Eine Zahl, und das Wort heraus muss vorkommen.
«Was passiert, wenn ich mittendrin raus will?»
Ein Weg. Ausweichen ist keine Antwort.

Zu jedem Ritual gibt es eigene Fragen dazu, zum Beispiel vor deiner ersten Schwitzhütte. Und die drei, die überall gelten: spirituellen Unsinn erkennen.

Meine Antworten.

Damit klar ist, was das hier ist: kein Vorwurf an andere, sondern ein Massstab, den ich zuerst an mich lege. Die fünf Fragen, von mir beantwortet.

Workshops

Rund hundert, bei verschiedenen Lehrern, über viele Jahre. Immer als Schüler.

Gelernt

Sieben Jahre bei meinem ersten Lehrer. Drei Jahre Ausbildung bei einem indigenen Schamanen in Nordamerika, dazu eine Schamanin in der Mongolei und ein Lehrer in der marokkanischen Wüste. Die Namen behalte ich.

Hingestellt

Nicht, bis mein Lehrer es gesagt hat. Ich hab zuerst Nein gesagt. Ich komme aus dem Business, ich hatte da keine Glaubwürdigkeit. Er hat gesagt: Wer sich fragt, ob er das kann, hat Respekt vor der Aufgabe.

Begleitet

Rund zweitausend Menschen. Sicher rein und sicher wieder raus.

Raus wollen

Wer geht, gibt ein Zeichen. Niemand fasst an. Niemand redet dir rein. Und ein Ritual wird nie abgebrochen, weil eine geht.

Prüf das. Frag mich am Wochenende in Sursee, frag Menschen, die bei mir waren. Und stell dieselben Fragen dem nächsten Angebot, das dir begegnet.

Die Etiketten.

Was ich heute im Netz gefunden habe, in der Schweiz, in Deutschland, in Österreich. Ohne Namen. Links das Wort auf dem Prospekt, rechts das, was drunter ist.

Schamanisches Yoga

Yoga mit Trommel im Hintergrund. Yoga ist indisch und zweitausend Jahre alt. Die Trommel macht es nicht schamanisch.

Schamanische Familienaufstellung

Aufstellung nach Hellinger, achtziger Jahre, mit Räuchern und Ritual drumherum. Kein Schamane auf der Welt hat je aufgestellt.

Schamanisches Reiki

Handauflegen nach Usui, Japan, 1922. Mit einer Trommelreise als Rahmen.

Schamanische Massage, mit Diplom

Ölmassage mit Federn und Rassel, Diplom von einer privaten Schule. Die Rassel ist das Schamanische daran.

Schamanisches Coaching

Ein Coaching-Gespräch plus Trommelreise oder Kartenziehen. Coaching kommt aus dem Sport, USA, siebziger Jahre.

Schamanische Beratung, Fachausbildung

Heilpraktikerschule, Zertifikat, Lehrplan aus Core Shamanism. Kein geschützter Beruf, kein Register.

Schamanische Energiearbeit

Aura, Chakren, «Extraktion». Aura und Chakren im Westen: Theosophie, zwanziger Jahre.

Schamanisches Räuchern

Salbeibündel und Palo Santo im Versand. Räuchern ist überall alt. Das Bündel gehört einer konkreten Tradition, die hier ohne Kontext verkauft wird.

Schamanischer Tanz

Freies Tanzen zum DJ-Set mit Augenbinde. Ecstatic Dance, Hawaii, zweitausender Jahre.

Schamanische Astrologie

Horoskop mit Krafttier statt Tierkreis. Babylon trifft Wochenendkurs.

Schamanisches Business

Businesscoaching in Modulen, Aufstellungen für Finanzen. Unternehmertum mit Seele, steht auf dem Prospekt.

Schamanenausbildung, Level eins bis drei

Wochenendkurse mit Stufen und Zertifikat. Im Ursprung: berufen, jahrelang gelernt, von der Gemeinschaft benannt, nie von sich selbst.

Das Muster ist überall gleich. Schamanisch wird vor etwas geklebt, das schon einen Namen und eine Herkunft hat. Das Wort liefert Mystik, Tiefe und Preis. Es liefert nie eine andere Handlung.

Was das nicht ist.

Kein Pranger. Ich nenne keine Anbieter, weil ein Pranger dich abhängig macht von dem, der ihn führt. Du bekommst Fragen. Die funktionieren bei jedem, auch bei mir.

Und kein Urteil über die Menschen, die hingehen. Sehr viele haben über einen Trommelabend, eine Kakao-Zeremonie, einen Tanz ihren Zugang zu ihrer Spiritualität gefunden. Der Zugang ist echt, auch wenn das Etikett falsch war. Mein eigener Weg fing mit einem Workshop an, gebucht wie ein Termin. Der Ärger gehört zu denen, die das Wort vorkleben. Nicht zu denen, die drunter etwas gesucht haben.

Hart gegen das Etikett. Weich zu den Menschen.

Einer, der weiss. Nicht einer, der es gebucht hat.

Häufige Fragen.

Was bedeutet Schamane?
Das Wort kommt aus Sibirien, von den Ewenken, und heisst ungefähr: einer, der weiss. Nicht: einer, der glaubt. Und nicht: einer, der es gebucht hat. Ein Schamane geht für andere in einen anderen Zustand, holt etwas, und kommt zurück.
Ist Schamanismus eine Religion?
Nein. Es gibt nichts zu glauben, es gibt etwas zu tun. Das Wort Schamanismus ist eine europäische Erfindung: Ethnologen haben im neunzehnten Jahrhundert Praktiken aus der ganzen Welt unter ein Wort gepackt. Die Völker selbst hatten kein Wort dafür. Sie hatten den Menschen.
Was ist schamanisches Yoga?
Yoga mit einer Trommel im Hintergrund. Die Frage, die es zeigt: Was passiert in deinem schamanischen Yoga, das in einem Yoga nicht passiert? Wenn die Antwort die Trommel ist, ist es Yoga mit Trommel.
Macht ein Wochenendseminar jemanden zum Schamanen?
Nein. Schamane ist man von Geburt an, und was man lernen kann, ist das Handwerk, über Jahre, bei jemandem, der es kann. Das Wochenende ist ein Anfang. Wer es als Ende ausgibt, hat das Wort auf dem Prospekt und nicht in den Händen.
Woran erkenne ich eine gute Leitung?
An Antworten. Wie viele Workshops hast du gemacht? Wie lange gelernt, bei wem? Wie lange, bis du dich hingestellt hast? Wie viele Menschen begleitet? Was passiert, wenn ich raus will? Eine Zahl, ein Name, ein Weg sind Antworten. Zehn Minuten sind keine.
Sind alle diese Angebote schlecht?
Nein. Viele Menschen haben über einen Trommelabend oder eine Kakao-Zeremonie ihren Zugang gefunden, und der ist echt, auch wenn das Etikett falsch war. Das Problem ist nicht, wer hingeht. Das Problem ist das Wort auf dem Prospekt, das etwas verspricht, was drin nicht passiert.
Warum nennt diese Seite keine Anbieter?
Weil das ein Pranger wäre, und ein Pranger macht dich abhängig von dem, der ihn führt. Du bekommst hier Fragen, keine Liste. Die Fragen funktionieren bei jedem Angebot, auch bei meinem.

Wer das schreibt.

Andy Dittrich
Andy Dittrich

Rund hundert Workshops bei verschiedenen Lehrern, viele Jahre als Schüler bei zwei indigenen Schamanen in Nordamerika und in der Mongolei und bei einem Lehrer in der marokkanischen Wüste. Rund zweitausend Menschen hat er durch Rituale begleitet, sicher rein und sicher wieder raus.

Hier steht nur, was er selber von innen kennt. Was er nicht gemacht hat, steht hier nicht.

Meine Absicht mit diesen Seiten: Ich geb dir Wissen, damit du den Unterschied selber findest. Zwischen schamanischem Bullshit und einem besonderen Erlebnis.

Selber prüfen

Stell mir die fünf Fragen.Am Wochenende in Sursee.

Zwei Tage, acht Plätze, sicher rein und sicher raus. Du siehst das Handwerk von aussen und fühlst es von innen. Und du kannst jede Frage stellen, die auf dieser Seite steht.

Das Wochenende ansehen