
Über kaum ein Wort wird so viel behauptet und so wenig erklärt. Wer eine schamanische Ausbildung sucht, stolpert zuerst über Begriffe, die niemand definiert. Hier sind die Begriffe, die dir in Kursen, Büchern und Kreisen begegnen, in klaren Sätzen. Von einem, der viele Jahre bei indigenen Schamanen gelernt hat. Und der kein Schamane ist.
Schamanismus ist keine Religion und kein Glaubenssystem. Es gibt nichts zu glauben, es gibt etwas zu tun. Er ist eine Art, mit dem umzugehen, was da ist: mit dem, was du siehst, und mit dem, was du nicht siehst.
Gearbeitet wird mit drei Fähigkeiten, die du von Geburt an hast: Gewahrsein, Wahrnehmung und Intention. Das sind keine Stufen. Das sind Fähigkeiten. Ein Wort sagt man. Eine Fähigkeit übt man.
Fast alles, was Menschen glauben, braucht einen Ort. Die Yogastunde braucht das Yogastudio, die Messe die Kirche, das Seminar den Raum mit dem Flipchart. Alles gebaute Orte. Und in jedem steht einer vorne.
Ein Aborigine hat mir dazu mal den schönsten Satz gesagt, den ich kenne.
«Our church is nature.»
Unsere Kirche ist die Natur. Mehr Ort braucht Schamanismus nicht. Ein Feuer, ein Baum, die Nacht. Und niemand steht vorne. Darum kommt schamanische Arbeit ohne Bekenntnis aus. Du musst nichts annehmen, was du nicht selber prüfen kannst. Genau das meine ich, wenn ich pragmatischer Schamanismus sage.
Nichts zu glauben. Etwas zu üben. Wer dir sagt, du musst erst etwas annehmen, damit es wirkt, verkauft dir eine Mitgliedschaft. Kein Handwerk.
Diese Wörter fallen in fast jedem Kurs. Erklärt werden sie selten, und gleich gemeint noch seltener. So brauche ich sie, hier und in den Büchern. Überall gleich.
Ausführlich stehen Gewahrsein, Wahrnehmung und Intention auf einer eigenen Seite: die drei Fähigkeiten.
Die drei Fähigkeiten tauchen in vielen Traditionen auf, unter anderen Namen. Bei den Tolteken, im Buddhismus, im Yoga, im Taoismus, in der christlichen Mystik, im Sufismus. Das ist bemerkenswert. Und es ist kein Beweis. Es zeigt nur, dass Menschen an verschiedenen Orten dasselbe beobachtet und verschieden benannt haben.
Dass Gewahrsein, Wahrnehmung und Intention drei verschiedene Vorgänge in dir sind, kannst du an dir selber nachprüfen. Heute Abend, ohne Zubehör. Für die grossen kosmischen Behauptungen gibt es das nicht. Wer dir erzählt, die Wissenschaft hätte die Linien der Welt gemessen, erzählt dir was.
Resonanz zeigen ja. Beweis behaupten nein.
Und eine zweite Grenze: Schamanische Arbeit ersetzt keinen Arzt und keine Therapie. Wer dir Heilung verspricht, verspricht zu viel. Wer dir eine Diagnose stellt, ohne Arzt zu sein, tut dir nichts Gutes. Auch wenn er es gut meint.

Es gibt nichts zu glauben. Es gibt etwas zu tun.
Viele Jahre schamanische Ausbildung, immer als Schüler: bei zwei indigenen Schamanen in Nordamerika und in der Mongolei, und bei einem Lehrer in der marokkanischen Wüste. Rund zweitausend Menschen hat er seither durch Rituale begleitet, sicher hinein und sicher wieder heraus. Er schreibt die Buchreihe SHAMANIC WAYS und lebt in der Schweiz.
Ein Schamane ist er nicht. Schamane ist man von Geburt an, nicht durch ein Wochenendseminar und keine Trommel aus dem Versandhandel.
Meine Absicht mit diesen Seiten: Ich geb dir Wissen, damit du den Unterschied selber findest. Zwischen schamanischem Bullshit und einem besonderen Erlebnis.
Drei Fragen entlarven mehr als jede Recherche. Sie stehen auf einer eigenen Seite, zum Mitnehmen.
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